Hausliche Gewalt

Risiken der Gewalt in der Familie

Gewalt in der Familie kennt keine Rechtfertigung, unabhängig von der Motivation des Täters!

Gewalt in der Familie bedeutet Angriff oder beabsichtigte Vernachläßigung eines Familienmitgliedes, eines Kindes oder Erwachsenen, in allen sozialen Schichten!

Gewalt in der Familie ist ein ernst zu nehmendes soziales Problem und ein Problem der allgemeinen Gesundheit!

Kinder, die Gewaltakten in der Familie ausgesetzt sind, haben später Sprachstörungen, Enuresis, Verhaltens- und Essstörungen mitdramatischen Folgen in ihrer physischen und psychischen Entwicklung als Erwachsener.

Verlangen Sie Hilfe vom Frauenhaus, damit Sie wissen, welches Ihre Rechte sind und hauptsächlich, was Sie in solchen Situationen tun sollen!

Das Leben muss nicht in Demut gelebt werden!

Welche Möglichkeiten haben Sie bei der Hand?
Wenn Sie Opfer eines Gewaltaktes in der Familie waren und noch weiter in Gefahr sind, wählen Sie die Nummer des Notdienstes 112und verlangen Sie, dass die Polizei, wenn sie kommt, ein Protokoll über den Vorfall aufnimmt.

Zu Ihrer Sicherheit vermeiden Sie weiter mit dem Täter im Haus zu bleiben und versuchen Sie, bei Verwandten oder Bekannten, die Sie aufnehmen können, Zuflucht zu finden, bis die Konfliktsituation überwunden ist.

Beantragen Sie dann so schnell wie möglich ein Krankenzeugnis vom Gerichtsmedizinischen Institut, um damit zu beweisen, dass Sie angegriffen worden waren. Das Zeugnis kann als Beweisstück vor Gericht verwendet werden.

Falls Sie das Krankenzeugnis nicht in kurzer Zeit erhalten können, begeben Sie sich zur nächsten Notaufnahme (im Falle einer Misshandlung), lassen Sie sich registrieren und einen Beleg geben, der beweist, Sie waren wegen der Schläge in ärztlicher Behandlung. Danach können Sie mit diesem Beweis zum Gerichtsmedizinischen Institut gehen.

Sie können gegen den Täter eine Klage bei der Polizei einreichen und diesen später dem Gericht übergeben. Es ist gut zu wissen, dass Sie in gewissen Situationen das Recht auf kostenlose rechtliche Beratung haben, im Falle dass Sie sich keinen Advokaten leisten können.

Das Gesetz erlaubt zur Zeit, dass die Opfer gegen den Täter einen vorübergehenden Einschränkungsbefehl für die Zeitspanne von sechs Monaten bekommen können, der sie vor anderen Gewalttaten schützt.

Was müssten Sie tun, um weitere Gewaltsituationen zu vermeiden?

Haben Sie eine Gewaltsituation in der Familie erlebt, so müssen Sie wissen, dass Sie nur dann den Täter von seinem Benehmen abhalten können, wenn Sie handeln. Warten Sie nicht, dass sich die Konfliktsituation verschlimmert, denn später sind Sie noch größeren Risikenausgesetzt!

Informieren Sie sich, von wem Sie Hilfe erbitten können (wie zum Beispiel von dem Frauenhaus oder anderen Institutionen in diesem Bereich), versuchen Sie weiteren Missbrauch seitens des Täters zu vermeiden und denken Sie beizeiten, wie Sie die Wohnung verlassen und zu wem Sie flüchten könnten.

Bereiten Sie sich eine Tasche nur mit persönlichen Dingen vor, mit Kopien Ihrer persönlichen Urkunden, Unterlagen der Wohnung und einer Geldsumme, falls Sie die Wohnung verlassen müssen und lassen Sie die Tasche in der Obhut einer Person, in die Sie Vertrauen haben und die Ihnen auf diese Weise helfen kann.

Bewahren Sie eine Liste mit Telefonnummern der Institutionen auf, die Ihnen Informationen und Hilfe vermitteln und an die Sie sich wenden können, wenn Sie weiter der Gewalt ausgesetzt sind.

Haben Sie Kinder, so überlegen Sie, ob diese in einer von Gewalt geprägten Umgebung noch in Sicherheit leben können.

LASSEN SIE SICH NICHT DEMÜTIGEN! WENN SIE NICHT REAGIEREN, SO WIRD DER TÄTER NUR NOCH MUTIGER UND GEWALTTÄTIGER IN DER FAMILIE!